Stellungnahme zum Artikel aus dem Wochenblatt vom 26.10.2005

  „Wir wollen unsere Angel
   nicht mehr hergeben”

 
 
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 Sandra Gran und Mario Göb: Sauer aufs Tierheim Heinzelwinkl wegen Rottweiler-Mix Angel.  
Foto: Casdorf 
 


 

Für Sandra Gran und ihren Lebensgefährten Mario Göb aus Arnstorf (Landkreis Pfarrkirchen) war’s Liebe auf den ersten Blick. Seit geraumer Zeit hatten die beiden schon in Zeitung und Internet nach einem Hund gesucht – nun waren sie endlich im Tierheim Heinzelwinkl bei Landshut fündig geworden. Angel, eine zweieinhalbjährige Hunde-Dame, sollte es sein. Treue braune Augen, süße Schlappohren – Sandra Gran war hin und weg: „Wir wussten sofort, die oder keine.”

Doch die Sache hatte einen Haken. Angel fällt als Rottweiler-Mix in die Kategorie „Kampfhund, Klasse 2” – seit circa drei Jahren ist für solche Vierbeiner ein sogenannter Wesenstest vorgeschrieben. Doch im Tierheim Heinzelwinkl, so Mario Göb, hatte man offensichtlich davon keine Ahnung: „Die Mitarbeiterin sagte uns, dass für Mischlingshunde kein Wesenstest notwendig sei.”

Das dies schlicht falsch ist, mussten Sandra und Mario schon bald erfahren. Post von der Gemeinde Arnstorf flatterte ins Haus: Bei Angel sei umgehend ein Wesenstest durchzuführen, Kostenpunkt ca. 300 Euro.

 
 
 
 Angel braucht einen Wesenstest. Hat man die Halter darüber informiert?
Foto: Casdorf 
 
 

Für Sandra Gran und Mario Göb, beide momentan arbeitslos, ein Schock: „Wir dachten, auf die Auskunft des Tierheims kann man sich verlassen. Hätten wir gewusst, dass diese Kosten auf uns zu kommen, hätten wir Angel – wenn auch schweren Herzens – gar nicht genommen.” Auch ein Anruf in Heinzelwinkl brachte keinen Erfolg. Sandra Gran erbost: „Die Tierheimleiterin sagte, wir seien selber schuld. Wir hätten uns halt besser informieren müssen. Wenn wir kein Interesse an dem Hund hätten, könnten wir ihn ja wieder zurück bringen.” Dafür hätten Sandra und Mario über den damals entrichteten Kaufpreis von 100 Euro noch einmal 20 Euro berappen müssen.

Aber: „Wir wollen unsere Angel nicht mehr hergeben”, sagt Sandra Gran, „sie ist uns so ans Herz gewachsen.” Stattdessen ist man jetzt auf der Suche nach einem Tierarzt oder Sachverständigen, bei dem die Kosten für Angels Wesenstest in Raten abgestottert werden können. Und Heinzelwinkl? Mario Göb ist immer noch sauer: „Wir wollen niemanden davon abhalten, Tiere aus dem Tierheim zu holen, aber die Informationen rund um die Vermittlung sind schon mit Vorsicht zu genießen.” „Angel wird den Test schaffen” Anna-Maria Moser, Tierheimleiterin in Heinzelwinkl, sieht im Streit um den Wesenstest kein Fehlverhalten ihrer Mitarbeiter: „Im Bezug auf die Kampfhunde kommen diese Informationen automatisch, da wird jeder Kaufinteressent sofort aufgeklärt.” Dass die besagte Mitarbeiterin seit kurzem nicht mehr im Tierheim tätig ist, hat laut Anna-Maria Moser mit der Vermittlung von Angel nichts zu tun: „Sie hatte einen Zeitvertrag, möchte sich nun mehr aufs Studium konzentrieren.” Trotzdem will Moser jetzt Sandra Gran und Mario Göb entgegenkommen: „Sie können bei uns den Wesenstest machen – und auch in Raten zahlen. Angel ist ein toller Hund und wird den Test locker schaffen.”

Stellungnahme von Anna-Maria Moser, Tierheimleiterin in Heinzelwinkl

 

Zu den Vorwürfen von Herrn Göb und Frau Gran möchte ich folgendes erklären. Herr Göb rief mich im Tierheim an und erzählte, dass es Schwierigkeiten mit der Gemeinde Arnsdorf gebe. Daraufhin bat ich Herrn Göb und Frau Gran zu einem Gespräch ins Tierheim. Bei diesem Gespräch stellte sich nach einem Anruf bei der Gemeinde  heraus, das Frau Gran den Hund Angel frei auf einem Kinderspielplatz laufen lies. Nach dem Gespräch mit der Gemeinde erklärte mir Herr Göb, das er nicht wusste das es sich bei Angel um einen so genannten Kampfhundmischling handele. Der Abgabevertrag  zeigt eindeutlich dass es sich um einen Rottweilermischling handelt. Vor den Besitzern sprach ich meine Kollegin, die den Hund vermittelte, darauf an und diese sagte vor den Besitzern das Sie sehr wohl über einen Wesenstest aufgeklärt wurden. Herr Göb antwortete darauf, er habe sich schon über einen Wesenstest informiert (warum, wenn er doch nichts davon wusste!). Des Weiteren behauptet Frau Gran ich hätte gesagt Sie solle den Hund zurückbringen und sie seien selber Schuld. Dazu möchte ich nur berichtigen das nicht ich, sondern Frau Gran sagte sie können sich den Test nicht leisten und müssten deshalb Angel wieder bringen. Da sich die Besitzer den Wesenstest nicht leisten können bot ich ihnen an, einen Gutachter zu suchen bei dem der Test auf Raten gezahlt werden könne. Davon wollten beide nichts wissen. Der Tierschutzverein solle die Kosten übernehmen. Punkt!!! Wir haben in diesem Jahr vier Hunde der so genannten Listenhunde vermittelt. Die Besitzer sind gerne bereit zu bestätigen, dass man Sie sehr gewissenhaft über die Bestimmungen dieser Hunde aufgeklärt hat.

A. Moser

Tierheimleiterin